Reader Gewaltp NRW online

145 2. Basisthemen der Gewaltprävention | Resilienz 13 1/2016 FORUM Programme zur Resilienzförderung im Vorschulalter in Deutschland I. Papilio Starke Kinder – Resilienz fördern Die Kath. Landesarbeits- gemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e. V. hat im Februar 2016 in der Reihe Elternwissen die Broschüre„Starke Kinder – Resilienz fördern“ heraus- gegeben, die unter www. thema-jugend.de bestellt werden kann. durch Rituale und Regeln lassen sich Kinder in ihrer Selbststeuerung unterstützen. IV. Soziale Kompetenz Eine gut ausgeprägte soziale Kompetenz erleichtert es Kindern, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Situationen besser einzuschätzen. Sozialkom- petenz können Kinder durch Rollenspiele, durch die Lösung von Konflikten und auch durch Übungen zur Empathiefähigkeit erlangen. V. Problemlösen Resiliente Kinder verfügen über Problemlösestrate- gien. Sie trauen sich zu, sichmit unterschiedlichen Lö- sungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. DurchMo- dellverhalten für konstruktives Konfliktlöseverhalten und das Aufzeigen von Unterstützungsmöglichkeiten (An welche konkreten Personen können sich Kinder wenden und Hilfe einholen?) können Kinder lernen, in diesem Bereich Stärke zu entwickeln. VI. Stressbewältigung Unter demMerkmal wird die Kompetenz verstanden, in Krisen flexible Bewältigungsstrategien einzuset- zen. Auch hier lernen Kinder durch Vorleben aktiver Bewältigungsstrategien, Hilfen zur Entspannung und Besprechen von stressigen Situationen. Verwendete Literatur Fröhlich-Gildhoff, Klaus/Becker, Jutta/Fischer, Sybille (Hrsg.): Gestärkt von Anfang an. Resilienzförderung in der Kita. Weinheim und Basel 2012. Kath.LandesarbeitsgemeinschaftKinder-undJugendschutzNWe.V. (Hrsg.):Elternwissen.StarkeKinder–Resilienzfördern.Münster2016. Rönnau-Böse, Maike/Fröhlich-Gildhoff, Klaus (Hrsg.): Resilienz im Kita-Alltag. Was Kinder stark und widerstandsfähigmacht. Freiburg im Breisgau 2014a. Rönnau-Böse, Maike/Fröhlich-Gildhoff, Klaus (Hrsg.): Resilienz. 3. Aufl., München 2014b. Werner, Emmy: Entwicklung zwischen Risiko und Resilienz. In: Opp, Günther/Fingerle, Michael (Hrsg.): Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resilienz. 2. Aufl., München 2007, S. 20-31. Wustmann Seiler, Corina: Resilienz. Widerstandsfähigkeit von Kin- dern in Tageseinrichtungen fördern. 5. Aufl., Berlin 2015. Dr. Nadine Schicha (AJS schicha@mail.ajs.nrw.de mehrwöchigen Zeitraum. Ziel ist es, soziale Problemlösefer- tigkeiten zu erlernen. Das Elterntraining will durch Gruppen- diskussionen, Rollenspiele, Arbeitsmaterialien und Vorträge die Erziehungskompetenz verbessern. (Vgl. Rönnau-Böse/Fröhlich-Gildhoff 2014b, S. 68f.) III. Kinder stärken! Prävention und Resilienz- förderung inderKindertageseinrichtung (PRiK) Das PRiK-Programm ist bislang das einzige, das auf vier ver- schiedenen Ebenen ansetzt. Auf der Kinderebene findet ein zehnwöchiger Kurs statt, in dem Kinder in Kleingruppen die sechs Bausteine von Resilienz erarbeiten. Eltern erhalten in Form von Kursen die Möglichkeit, ihre Erziehungskompetenz zu stärken, sowie das Angebot von Sprechstunden, die durch Mitarbeiter/-innen der Kindertageseinrichtungen oder externe Fachkräfte durchgeführt werden. Erzieher/-innen erhalten fundierte Fortbildungen. Und zusätzlich geht es auf der soge- nannten Umfeldebene umdie sozialräumliche Vernetzung der Kindertageseinrichtung. Das Konzept wurde von 2005 bis 2007 durch das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Ev. Hochschule Freiburg umgesetzt und evaluiert. (Vgl. Rönnau-Böse/Fröhlich-Gildhoff 2014b, S. 70f.) Resilienz Belastung Krise Resilienzmerkmale Frühkindliche Entwicklung Prävention Schutzfaktoren Risiken Kinder als Mitakteure Fachkräfte Eltern Selbst- und Fremdwahrnehmung Soziale Kompetenz Selbstwirksamkeit Stressbewältigung Problemlösen Selbststeu rung Ressourcen Widerstandsfähigkeit I. Papilio Das Programm Papilio setzt bei der Entwicklung von Resilienz auf der Ebene der Kinder, der Eltern und der Fachkräfte an und hat entsprechende Module entwickelt. Auf der Fachkräfte- Ebene erhalten Erzieher/-innen fundiertesWissen über die früh- kindliche Entwicklung und praktische Handlungsanweisungen für die Interaktion mit Kindern. Eltern werden in Form von Elternabendenmit einbezogen und erhalten themenbezogene Materialien für die Familie. Kinder erhalten Spielmaterialien und interaktive Medien, bei denen sie von den Erzieher/-innen begleitet werden. Die wissenschaftliche Begleitung fand von 2003 bis 2005 durch das beta-Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung gGmbH statt. (Vgl. Rönnau-Böse/Fröhlich-Gildhoff 2014b, S. 66ff.) II. Entwicklungsförderung in Familien: Eltern und Kindertraining (EFFEKT) Das Präventionsprogramm ist eingebettet in eine komplexe Entwicklungs- und Präventionsschule und beinhaltet Kinder- und Elterntraining. Das intensive Gruppentraining richtet sich an vier- bis siebenjährige Kinder und erstreckt sich über einen AJS FORUM 1-2016.indd 13 21.03.16 12:14

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