Reader Gewaltp NRW online

25 45 toren für die Entwicklung von Verhaltens- problemen ausfindig gemacht, hält man es heute für effektiver, Faktoren zu iden- tifizieren und zu stärken, die den jungen Menschen gegenüber Gefährdungsein- flüssen immunisieren bzw. ihm helfen, ein Problemverhalten zu vermeiden oder ab- zubauen. Solche „Schutzfaktoren“ sind vor allem stabile Beziehungen zu minde- stens einem Erwachsenen, der das Kind mag, fördert und ihm Orientierung gibt, oder auch ein von Respekt geprägtes Wer- tesystem in Kita, Schule oder Jugendfrei- zeitheim. Damit im Zusammenhang steht die Orien- tierung der pädagogischen Arbeit an den Potenzialen und Ressourcen der jungen Menschen und ihrer Eltern und nicht die Fokussierung auf Defizite. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung seiner Person und sei- ner Fähigkeiten. Nur wenn diese Grund- bedürfnisse akzeptiert und ernstgenom- men werden, besteht auch die Chance einer Veränderung von problematischem Verhalten. Die Partizipation der Adres- saten der Sozialen Arbeit und eine ver- trauensvolle Kooperation zwischen ihnen und den Fachkräften fördert den Erfolg von Programmen. Beide sollten gemein- sam daran arbeiten, die Fähigkeiten und Kompetenzen der betroffenen Kinder, Ju- gendlichen oder Familien zu stärken und auszubauen. Dieses heute verbreitete Konzept wird in der Sozialen Arbeit als Em- powerment-Ansatz bezeichnet, der zumBeispiel beimAntimob- bingansatz No Blame Approach zum Tragen kommt, indem den mobbenden Jugendlichen zugetraut wird, ihre „Anfüh- rer-Qualitäten“ bei der Unter- stützung von „Opfern“ positiv einzusetzen. Entwicklung von Qualitätskriterien Im Hinblick auf die rasant ge- stiegene Zahl von Präventions- programmen wird inzwischen zunehmend die Frage nach der Qualität und Effektivität der Maßnahmen gestellt. Während in vielen europäischen und an- gloamerikanischen Ländern kri- minalitäts- und gewaltpräven- tive Maßnahmen schon seit vielen Jahren evaluiert wurden, begann die systematische Auswertung von Programmen in Deutschland erst mit Beginn der 2000er Jahre. Die erste Zusammenstellung von Evaluations- ergebnissen aus 61 internationalen Studien lieferte 2002 das Düsseldor- fer Gutachten. 5 Inzwischen wurden auch in Deutschland viele Programme überprüft und die Ergebnisse veröffentlicht, sodass wir heute die Wirksam- keit einzelner Ansätze und Pro- Jugendkriminalität und Gewaltprävention 5 Landeshauptstadt Düsseldorf (2002): Düsseldorfer Gutachten: Empirisch gesicherte Erkennt- nis über kriminalpräventive Wir- kungen. Düsseldorf, www.dues- seldorf.de/download/dg.pdf. Nicht überall, wo Prävention draufsteht, ist auch Prävention drin Was hilft gegen Gewalt? Qualitätsmerkmale für Gewaltprävention Übersicht über Programme Informationen für Kindergarten, Schule, Jugendhilfe, Eltern GewaltpräventionSchmal.indd 1 06.08.2008 14:05:18Uhr aus: „SPOTLIGHT – Theater gegen Mobbing“ 60 Jahre AJS Finale.indd 45 12.10.13 17:27 1 Grundlagen Strukturen Handlungsformen •60JahreKinder-undJugendschutzinNordrhein-Westfalen Jugendschutz Jugendschutz Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz LandesstelleNordrhein-Westfalen e.V. Grundlagen•Strukturen•Handlungsformen

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