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43 Thema Thema Forderung nach einem Herstellu „Killerspielen“ lenkt von den wir Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Kin 5. Die breite Diskussion um Gewalt an Schulen hat dazu geführt, dass seit 1990 viele große und kleinere Umfragen an Schulen durchgeführt wurden. Vor allem die großen repräsentativen Befragungen von Schüler/innen erlauben wichtige Aufschlüsse über den Umfang der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, über die Formen und Ursachen. 6. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus einer Befragung von 1100 Jugendlichen der 7. und 8. Klassen aus dem Jahr 2003 von Prof. Lösel, Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Blie- sener, Universität Kiel. Die Ergebnisse decken sich imwesentlichenmit denen anderer Studien: - Schulische Gewalt spielt sich meist im Be- reich der leichteren physischen und verbalen Aggressivität ab. Etwa ein Drittel der Jun- gen treten oder schlagen gelegentlich zu. Schwere körperliche Gewalt ist die große Ausnahme. - Im Gegensatz zur polizeilichen Kriminal- statistik sind ausländische Jugendliche bei der schulischen Gewalt nur etwas häufiger vertreten. - Mädchen zeigen weniger oft aggressivesVer- halten und werden auch seltener Opfer von Gewalt. - Etwa 5 Prozent der Schüler/innen sind sog. Bullies bzw. Mobber, das heißt sie schika- nieren ihre Mitschüler/innen regelmäßig. Diese Jugendlichen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit später zu Intensivtätern. 7. Im Hinblick auf die Ursachen von Gewalt geben die wissenschaftlichen Studien über- einstimmend folgendes Bild: Risikofaktoren liegen in der Familie, in der Persönlichkeits- struktur, in der Schule, in der Peergroup, im Konsum von Alkohol/illegalen Drogen und im Medienverhalten. Kommen mehrere Risikofak- toren zusammen, steigt das Risiko massiv, dass Kinder kriminell und gewalttätig werden. Die wichtigsten Risikofaktoren sind: - Ein kaltes familiäres Klima, Gewaltanwen- dung, Misshandlung, Vernachlässigung, zu strenge oder widersprüchliche Erziehung, kriminelles Vorbild, Armut und Arbeitslo- sigkeit der Eltern - Hyperaktivität, hohes Maß an Impulsivität, niedriges Selbstwertgefühl, die Umwelt wird als feindselig erlebt - Ein schlechtes sozial-emotionales Schulkli- ma, Anonymität und einseitiger Leistungs- druck - Aggressive Jugendliche gehören oft Cli- quen an, die die familiären Defizite (Aner- kennung, Mangel an Geborgenheit) auffan- gen sollen, aber gleichzeitig das aggressive dissoziale Verhalten verstärken. In der Frei- zeit wird vorwiegend „rumgehangen“. - Gewalttätige Medieninhalte verstärken vor- handene, oft in der Familie erworbene Ge- waltakzeptanz. - Auch der Konsum von Alkohol und illega- len Drogen steht eindeutig in Zusammen- hang mit aggressivem und delinquentem Verhalten. 8. Es ren, die wenn m Geschüt wenn si keiten k rolle ha Drogen sind in für Jug Trainin EFFEK Anlässlich der Reaktionen auf den Amoklauf eines 18-Jährigen in einer Realschule in Emsdetten warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) vor hilflosen Schnell- schüssen. Soweit bekannt, hat der junge Täter schon vor längerer Zeit auf sich aufmerksam gemacht, ohne dass ihm adäquate Hilfe zugekommen ist. Die in der Jugendhilfe Tätigen, aber auch die Schule und die Nachbarschaften, letzt- lich die gesamte Gesellschaft, müssen sich daher fragen, wie Hilfesysteme auf derartige instabile und augenscheinlich sozial isolierte Jugendliche und junge Erwachsene reagieren müssten. Schon am Tage der Bluttat wurde das Verbot von „Killerspielen“ als Reaktion gefordert. Die Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Computerspielen ist bereits jetzt gemäß § 131 StGB strafbar. Solche Spiele dürfen nicht an Jugendli- che weitergegeben werden, ebenso wie die Spiele, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurden. Dass Kinder und Jugendliche dennoch für ihre Altersstufe nicht freigege- bene oder indizierte Spiele nutzen, weist nicht auf rechtliche Defizite sondern auf unzureichende Kontrollen und mangelnde Aufmerksamkeit hin. Die Forderung nach einem Herstel- lungsverbot für sogenannte „Killerspiele“ lenkt von den wirklichen Problemen ab. Auf Frustration und Perspektivlosigkeit, z.B. verursacht durch fehlende Schulab- schlüss beim A spielte die die Verant Ein an der auch d on, die Compu haltung ist nicht bei der tern vo durch der Bu unter s Deutsc verbote Die auf die gesetzli vor alle mation müsse offensiv geben, Eltern, Jugend und an stärker nötige mit Kin fälliges Seiten i können 5 Forschung und Statistik zur Jugendgewalt in Deutschland 1. Jugendgewalt ist ein unscharfer Begriff. Die offizielle PKS versteht unter Jugendgewalt schwere bis mittelschwere körperliche Straf- taten von jungen Menschen zwischen 14 und 18 Jahren (Jugendliche) bzw. bis zu 21 Jahren (Heranwachsende). Die Jugendlichen begehen vor allem gefährliche Körperverletzung und Raub. Vergewaltigung, Mord und Totschlag sind zahlenmäßig äußerst gering. 2. In der Bevölkerung werden aber meist auch weniger heftige aggressive Handlungen von jungen Menschen als Jugendgewalt bezeichnet. Das reicht von der leichten Körperverletzung über Beleidigungen bis hin zu den vielfältigen Formen des Mobbings. In meinem Beitrag werde ich auf die ganze Bandbreite vonAggres- sivität und Gewalt bei Jugendlichen eingehen. 3. Meine Hauptquellen sind: - Die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die über die angezeigten und damit bekannt gewordenen Straftaten von Minder- jährigen informiert. - Mehrere Forschungsinstitute haben Dunkel- felduntersuchungen in Form von repräsen- tativen Schülerbefragungen durchgeführt. Besonders umfangreiche Studien wurden in den letzten Jahren vomKriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Hannover, unter Leitung von Prof. Pfeiffer und vom Institut für Psychologie der Uni- versität Erlangen-Nürnberg unter Leitung von Prof. Lösel veröffentlicht. - Im Sommer 2001 hat die Bundesregie- rung erstmals einen Periodischen Sicher- heitsbericht vorgelegt, in den neben den offiziellen Statistiken auch Dunkelfeld- forschung und Opferbefragungen und wissenschaftliche Analysen eingegangen sind. Soeben ist der 2. Periodische Sicher- heitsbericht erschienen. 4. Aus der Polizeistatistik geht hervor, dass die Zahl der tatverdächtigen jungen Menschen seit 1998 stagniert bzw. leicht zurückgeht, nachdem es in den 1990er Jahren steteAnstiege gab. Besonders stark ist die Zahl der Kinder gesunken. Gegenüber der Gesamtkriminalität nimmt allerdings die registrierte Gewaltkri- minalität bei den Minderjährigen kontinuier- lich zu. Einen Anstieg gibt es vor allem bei schweren Körperverletzungen. Raubdelikte nehmen zwar etwas ab, aber Straßenraub (zum Beispiel das „Abziehen“ von Handys, Geld, Uhren u. ä.) und Handtaschenraub sind noch immer eine Domäne der Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Und auch die Zahl der Kinder, die einer Gewaltstraftat verdächtigt werden, hat in den letzten zehn Jahren um etwa 38 Prozent (in NRW) zugenommen. Allerdings sind die absoluten Zahlen noch immer gering und die Taten d r Kinder mei t weni r gefährlich. Außerdem nehmen dieAnteile der Mädchen und jungen Frauen an der registrierten Gewalt- kriminalität zu. Zwar werden immer noch etwa vier Fünftel (83 %) der Gewaltstraftaten von jungen Männern begangen, aber die Tatver- dächtigenbelastungszahlen der Mädchen und jungen Frauen bei der schweren und auch bei der leichten Körperverletzung haben sich seit 1993 verdreifacht. Nach wie vor sind die Täter in erster Linie Jungen und junge Männer, aber auch die Opfer sind meist männlich. Jugendgewalt findet meis- tens unter Gleichaltrigen statt. Das Opferrisiko für ältere Menschen ist nicht besonders groß. Bei der registrierten Gewaltkriminalität haben überdurchschnittlich viele Tatverdäch- tige nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Allerdings geht der Anteil der ausländischen Jugendlichen etwas zurück. Bei Raub und schwerer Körperverletzungen ist der Anteil der ausländischen Schüler/Studente auffallend. Es sind vor allem die aus der Türkei stammenden männlic en Jugendlichen, die bei d r Gewalt- kriminalität stärker in Erscheinung treten. Die Gewa tkriminalität findet in Deutsch- land vor allem in den Großstädten und Stadt- staaten (an der Spitze Berlin) statt. Regelrechte kriminelle Gangs sind in Deutschland aber eher die Ausnahme. Der Anstieg bei der registrierten Gewalt- kriminalität sorgt in Deutschland regelmäßig für Aufregung. Allerdings sind viele Krimino- logen der Auffassung, dass die Zunahme der offiziellen Statistik zumindest zu einem Teil darauf beruht, dass in den letzten Jahren immer mehr angezeigt wird, also Straftaten aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld rücken. Die öffentliche Debatte um Jugendgewalt hat nämlich u. a. dazu geführt, dass vor allem in den Schulen viel mehr über Gewalt gesprochen wird. Vielerorts gehen Polizisten regelmäßig in Schulen und raten den Jug ndlichen, Anzeige zu erstatten. me soll- eiligen Lehrer, zung be- ger der erzielle ings an, d und oft kontrol- n Kurse, für und geboten. r außer- sheimen n sich an gen oder -Gewalt- men der gendge- fährdete beit oder s betrof- ngs- und n. rainings schauer, rage er- rainings angelei- Rollen- gelegten enannte sich auf t der An- reichen lenswert tiv. Bis- die aber an, dass e private g junger nz (AJS) nde Text für den alt“ An- am dar. 5 d Statistik zur t in Deutschland r Begriff. ndgewalt he Straf- n 14 und 21 Jahren begehen zung und otschlag eist auch ngen von zeichnet. erletzung elfältigen Beitrag nAggres- eingehen. alstatistik nd damit n Minder- n Dunkel- repräsen- hgeführt. n wurden logischen n (KFN), f. 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Nach wie vor sind die Täter in erster Linie Jungen und junge Männer, aber auch die Opfer sind meist männlich. Jugendgewalt findet meis- tens unter Gleichaltrigen statt. Das Opferrisiko für ältere Menschen ist nicht besonders groß. Bei der registrierten Gewaltkriminalität hab n üb d rchsch ittlich viele Tatverdäch- tige nicht die deutsche Staatsbürgersc aft. Allerdi gs geht der Anteil der ausländischen Jugendlichen etwas zurück. Bei Raub und schwerer Körperverletzung n ist der Anteil der ausländischen Schüler/Studenten auffallend. Es sind vor allem d e aus der Türkei stammenden männl chen Jugendlichen, die bei der Gewalt- kriminalität stärker in Erscheinung treten. Die Gewaltkriminalität findet in Deutsch- land vor allem in den Großstädten und Stadt- staaten (an der Spitze Berlin) statt. Regelrechte kriminelle Gangs sind in Deutschland aber eher die Ausnahme. Der Anstieg bei der registrierten Gewalt- kriminalität sorgt in Deutschland regelmäßig für Aufregung. Allerdings sind viele Krimino- logen der Auffassung, dass die Zunahme der offiziellen Statistik zumindest zu einem Teil darauf beruht, dass in den letzten Jahren immer mehr angezeigt wird, also Straftaten aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld rücken. Die öffentliche Debatte um Jugendgewalt hat nämlich u. a. dazu geführt, dass vor allem in den Schulen viel mehr über Gewalt gesprochen wird. Vielerorts gehen Polizisten regelmäßig in Schulen und raten den Jugendlichen, Anzeige zu erstatten. Thema Forderung nach einem Herstellun „Ki lersp elen“ lenkt von den wir Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Kin 5. Die brei e Diskussion um Gewalt an Schulen hat dazu geführt, d ss seit 1990 viele große und kleinere Umfragen an Schulen durchgeführt wurden. Vor allem die großen repräsentativen Befragung n von Schüler/in en erlauben wichti e Aufschlüsse üb r den Umfang der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, üb r die Formen und Ursachen. 6. Hier die wichtigsten Erge nisse aus einer Befragung von 1100 Jugendlichen der 7. und 8. Klassen aus dem Jahr 2003 von Prof. Lösel, Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Blie- sener, Universität Kiel. Die Ergebnisse decken sich imwesentlichenmit denen anderer Studien: - Sch lische Gewalt spielt sich meist im Be- reich der leichteren physischen und verbalen Aggressiv tät ab. Etwa ein Drittel der Jun- gen treten od r schlagen g legentlich zu. Schwere körperliche Gewalt ist die große Ausna me. - Im Gegensatz zur polizeilichen Kriminal- statistik sind ausländische Jugendliche bei der s hulischen Gewalt nu etwas häufiger v treten. - Mädchen zeigen weniger oft aggressivesVer- halten und w rden auch seltener Opfer von Gewalt. - Etwa 5 Prozent der Schüler/innen sind sog. Bullies bzw. Mobber, das h ißt sie schika- nieren ihre Mitschüler/innen regelmäßig. Diese Jugendlichen werden mit größer r Wahrscheinlichkeit später zu Intensivtätern. 7. Im Hinblick auf die Ursachen von Gewalt geben die wissenschaftlichen Studien über- einstimmend folgendes Bild: Risikofaktoren liegen in der Familie, in der Persönlichkeits- struktur, in der Schule, i der Peergroup, im Konsum von Alkohol/illegalen Drogen und im Medienverhalten. Kommen mehrere Risikofak- toren zusammen, steigt das Risiko massiv, dass Kinder kriminell und gewalttätig werden. Die wichtigsten Risikofaktoren sind: - Ein kaltes familiäres Klima, Gewaltanwen- dung, Misshandlung, Vernachlässigung, zu strenge oder widersprüchliche Erziehung, kriminelles Vorbild, Armut und Arbeitslo- sigkeit der Eltern - Hyperaktivität, hohes Maß an Impulsivität, niedriges Selbstwertgefühl, di Umwe t wird als fe nds lig erlebt kennu g, Mangel an Geborg nheit) auffan- gen sollen, ber gleichzeitig das aggressive dissoziale Verhalten verstärken. In der Frei- zeit wird vorwiegend „rumgehangen“. - Gewalttätige M dieninhalte verstärken vor- handene, oft in der Familie erworbene Ge- waltakzeptanz. - Auch der Konsum von Alkohol und illega- len Drogen steht eindeutig in Zusammen- hang mit aggressivem und delinquentem Verhalten. 8. Es ren, die wenn m Geschüt wenn si keiten k rolle ha Drogen sind in für Juge Training EFFEK Anlässlich der Reaktionen auf den Amoklauf eines 18-Jährigen in einer Realschule in Emsdetten warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) vor hilflosen Schnell- schüssen. Soweit bekannt, hat der junge Täter schon vor längerer Zeit auf sich aufmerksam gemacht, ohne dass ihm adäquat Hilfe zugekommen ist. Die in der Jugendhilfe Tätigen, aber auch die Schule und die Nachbarschaften, letzt- lich die gesamte Gesellschaft, müssen sich daher fragen, wie Hilfesysteme auf derartige instabile und augenscheinlich sozial isolierte Jugendliche und junge Erwachs ne reagieren müssten. Schon am Tage der Bluttat wurde das Verbot von „Killerspielen“ als Reaktion gefordert. Di Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Computerspielen ist bereits jetzt gemäß § 131 StGB strafbar. Solche Spiele dürf n nicht an Jugendli- che weitergegeben werden, ebenso wie die Spiele, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurden. Dass Kinder und Jugendliche dennoch für ihre Altersstufe nicht freigege- bene oder indizierte Spiele nutzen, weist nicht auf rechtliche Defizite sondern auf unzureichende Kontrollen und mangelnde Aufmerksamkeit hin. schlüss beim A spielten die die Verantw Ein V an der auch d on, die Comput haltung ist nicht bei der tern vor durch d der Bu unter st Deutsc verbote Die auf die gesetzli vor alle mation müssen offensiv geben, Eltern, Jugend und an stärker Thema Forderung nach einem Herstellu „Kill rspielen“ lenkt von den ir Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Kin 5. Die breite Diskussion um Gewalt an Schulen hat dazu geführt, dass seit 1990 viele große und kleinere Umfragen an Schulen durchgeführt wurden. Vor allem die großen repräsentativen Befragungen von Schüler/innen erlauben wichtige Aufschlüsse über den Umfang der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, über die Formen und Ursachen. 6. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus einer Befragung von 1100 Jugendlichen der 7. und 8. Klassen aus dem Jahr 2003 von Prof. Lösel, Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Blie- sener, Universität Kiel. Die Ergebnisse decken sich imwesentlichenmit denen anderer Studien: - Schulische Gewalt spielt sich meist im Be- reich der leichteren physischen und verbalen Aggressivität ab. Etwa ein Drittel der Jun- gen treten oder schlagen gelegentlich zu. Schwere körperliche Gewalt ist die große Ausnahme. - Im Gegensatz zur polizeilichen Kriminal- statistik sind ausländische Jugendliche bei der schulischen Gewalt nur etwas häufiger vertreten. - Mädchen zeigen weniger oft aggressivesVer- halten und werden auch seltener Opfer von Gewalt. - Etwa 5 Prozent der Schüler/innen sind sog. Bullies bzw. Mobber, das heißt sie schika- nieren ihre Mitschüler/innen regelmäßig. Diese Jugendlichen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit später zu Intensivtätern. 7. Im Hinblick auf die Ursachen von Gewalt geben die wissenschaftlichen Studien über- einstimmend folgendes Bild: Risikofaktoren liegen in der Familie, in der Persönlichkeits- struktur, in der Schule, in der Peergroup, im Konsum von Alkohol/illegalen Drogen und im Medienverhalten. Ko men mehrere Risikofak- tor zusammen, steigt das Risiko massiv, dass Kinder kriminell u gewalttätig werden. Die wichtigsten Risikofaktoren sind: - Ein kaltes familiäres Klima, Gewaltanwen- dung, Misshandlung, Vernachlässigung, zu strenge oder widersprüchliche Erziehung, kriminelles Vorbild, Armut und Arbeitslo- sigkeit der Eltern - Hyperaktivität, hohes Maß an Impulsivität, niedriges Selbstwertgefühl, die Umwelt wird als feindselig erlebt - Ein schlechtes sozial-emotionales Schulkli- ma, Anonymität und einseitiger Leistungs- druck - Aggressive Jugendliche gehören oft Cli- quen an, die die familiären Defizite (Aner- kennung, Mangel an Geborgenheit) auffan- gen sollen, aber gleichzeitig das aggressive dissoziale Verhalten verstärken. In der Frei- zeit wird vorwiegend „rumgehangen“. - Gewalttätige Medieninhalte verstärken vor- handene, oft in der Familie erworbene Ge- waltakzeptanz. - Auch der Konsum von Alkohol und illega- len Drogen steht einde tig in Zusammen- hang mit aggressivem und delinquentem Verhalten. 8. Es ren, die wenn m Geschüt wenn si keiten k rolle ha Drogen sind in für Jug Trai in EFFEK Anlässlich der Reaktionen auf den Amoklauf eines 18-Jährigen in einer Realschule in Emsdetten warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendsc utz (BAJ) vor hilflosen Schnell- schüssen. Soweit bekannt, hat der junge Täter schon vor längerer Zeit auf sich aufmerksam gemacht, ohne dass ihm adäquate Hilfe zugekommen ist. Die in der Jugendhilfe Tätigen, aber auch die Schule und die Nachbarschaften, letzt- lich die gesamte Gesellschaft, müssen sich daher fragen, wie Hilfesysteme auf derartige instabile und augenscheinlich sozial isolierte Jugendliche und junge Erwachsene reagieren müssten. Schon am Tage der Bluttat wurde das Verbot von „Killerspielen“ als Reaktion gefordert. Die Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Computerspielen ist bereits jetzt gemäß § 131 StGB strafbar. Solche Spiele dürfen nicht an Jugendli- che weitergegeben werden, ebenso wie die Spiele, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurden. Dass Kinder und Jugendliche dennoch für ihre Altersstufe nicht freigege- bene oder indizierte Spiele nutzen, weist nicht auf rechtliche Defizite sondern auf unzureichende Kontrollen und mangelnde Aufmerksamkeit hin. Die Forderung nach einem Herstel- lungsverbot für sogenannte „Killerspiele“ lenkt von den wirklichen Problemen ab. Auf Frustration und Perspektivlosigkeit, z.B. verursacht durch fehlende Schulab- schlüss beim A spielte die die Verant Ein an der auch d on, die Compu haltung ist nicht bei der tern vo durch der Bu unter s Deutsc verbote Die auf die gesetzli vor alle mation müsse offensiv geben, Eltern, Jugend und an stärker nötige mit Kin fälliges Seiten i können Forderung nach einem Herstellu ill i l l t wi t ll r s r its i s ft i . ie breite iskussion u e alt an chule at az ef rt, ass seit iele r e klein re Umfragen a Schulen durchgeführt wurden Vor allem die großen repräsentativen efra e n Schüler/innen rlauben ic ti e fsc l sse er e Umfan er alt ter i er J e lic e , er ie r rsac e . 6. ier ie ic ti ste r e isse a s ei er efra J e lic e er . . lasse a s e Ja r r f. sel, Uni ersität Erla ge -Nü nberg und Prof. B ie- sener, Universität Kiel. Die Ergebnisse d cken sich imw sentlichenmit d nen anderer t ie : - c ulische Gewalt spielt sich meist im Be- reich er leic tere sisc e er ale ressi ität a . t a ei rittel er J - gen treten oder schlagen gelegentlich zu. Schwere r erlic e e alt ist die große s a e. - I e e satz z r lizeilic e ri i al- statistik si d ausländische Juge liche bei er sc lischen Gewalt r etwas ä er vertreten. - Mädchen zei e i er ft a ressi es er- alt e c s lt er fer e alt. - Etwa 5 Prozent der Schüler/innen sind sog. llies z . er, das heißt sie schika- nieren ihre Mitschüler/innen re el ä i . Diese Jugendlichen werden mit größerer a rscheinlichkeit später zu Inte si täter . . Im Hinblick auf die Ursachen von Gewalt geben die wissenschaftlichen Studien über- einstimmend folgendes Bild: Risikofakt re lie e i er a ilie, i er ers lic eits- str t r, i er Schule, in der Peergroup, im Konsum von Alkohol/illegalen Drogen und im Medienverhalten. Komm n mehrere Risikofak- tore zusammen, steigt das Risiko massiv, dass i er ri i ell e alttät erden. Die wichtigsten Risikofaktore si : - Ein kaltes familiäres Klima, Gewaltanwen- , iss a l , er ac lässi , z stre e er wi ersprüchliche Erziehung, ri i elles r il , r t r eitsl - si eit er lter - era ti ität, hohes Maß an Impulsivität, niedriges Selbstwertgefühl, die Umwelt wird als feindselig erlebt - Ein schlechtes sozial-emotionales Schulkli- a, ität ei seiti er eist s- r c - Aggressive Jugendliche gehören oft Cli- quen an, die die familiäre e zite ( er- kennung, a el a e r e eit) a ffa - e s lle , a er leic zeiti as a ressi e dissoziale Verhalten verstärken. In der Frei- zeit wird vorwiegend „rumgehangen“. - e alttäti e e ie i alte erstär e r- handene, oft in der Familie erworbene Ge- waltakzeptanz. - Auch der Konsum von Alkohol und illega- le r e ste t ei e ti i sa e - a it a ressi e eli e te er alten. . s re , ie wenn m Geschüt e si eite r lle a r e sind in f r J raini EFFEK l ssli r ti f Amokla f i s - ri i i r ls l i s tt r t i un s r its i s ft i r- s tz ( ) v r il s ll- s ss . oweit bekan t, t r j Täter schon vor längerer Zeit auf sich aufmerksam gemacht, ohne dass ihm adäquate Hilfe z ist. ie in r en ilf ti , r ch die l i achbarschaft , l tzt- lich die gesamte Gesellschaft, müssen sich daher fragen, wie Hilfesysteme auf r rti i st il s i li s zi l is li rt li j Erwachsene reagieren müssten. Schon g r l tt t r s Verbot von „Killerspielen“ als Reaktion gefordert. Die Verbreitung von Gewalt v rherrlichenden Computerspielen ist bereits jetzt gemäß § 131 StGB strafbar. Solche Spiele dürfen nicht an Jugendli- che weitergegeben werden, so wie die Spiele, die von d r Bundesprüfstelle f r j f r i i diziert r . ss inder und Jugendliche dennoch für ihre Altersstufe nicht freigege- r i izi rt i l tz , ist i t f r tli zit s r f unzureichende Kontrollen und mangelnde Aufmerksamkeit hin. i r r i rstel- l sv r t f r s t „ ill rs i l “ lenkt von den wirklichen Problemen ab. Auf r str ti rs tivl si it, z.B. verursacht durch fehlende Schulab- s l ss beim A s i lt i i r t i an der auch d on, die haltung ist nicht bei der t r v r der Bu t r s Deutsc v r t Die f i s tzli vor alle mation müsse ff siv , Eltern, stärker nötige it i fälliges it i können 6 toren zusammen, steigt das Risiko massiv, dass Kinder kriminell und gewalttätig werden. Die wichtigsten Risikofaktoren sind: - Ein kaltes familiäres Klima, Gewaltanwen- dung, Misshandlung, Vernachlässigung, zu strenge oder widersprüchliche Erziehung, kriminelles Vorbild, Armut und Arbeitslo- sigkeit der Eltern - Hyperaktivität, hohes Maß an Impulsivität, niedriges Selbstwertgefühl, die Umwelt wird als feindselig erlebt - Ein schlechtes sozi l-emotionales Sch lkli- ma, Anonymität und einse tiger Leistungs- druck - Aggressive Jugendliche gehören oft Cli- qu n an, die die familiären D fizite (Aner- Solch che die S für ju wurd denn bene nicht unzur Aufm Die lungs le kt Auf F z.B. v Thema Forderung nach einem Herstellungsverbot von „Killerspielen“ lenkt von den wirklichen Problemen ab Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) 5. Die breite Diskussion um Gewalt an Schulen hat dazu geführt, dass seit 1990 viele große und kleinere Umfragen an Schulen durchgeführt wurden. Vor allem die großen repräsentativen Befragungen von Schüler/innen erlauben wichtige Aufschlüsse über den Umfang der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, über die Formen und Ursachen. 6. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus einer Befragung von 1100 Jugendlichen der 7. und 8. Klassen aus dem Jahr 2003 von Prof. Lös l, Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Blie- sener, Universität Kiel. Die Ergebnisse decken sich imwesentlichenmit denen anderer Studien: - Schulische G walt spielt sich meist im Be- reich der leichteren physischen und verbalen Aggressivität ab. Etwa ein Drittel der Jun- gen treten oder schlagen gelegentlich zu. Schwer körperliche Gewalt ist die große Ausnah e. - Im Gegensatz zur polizeiliche Kriminal- statistik sind ausländische Jugendliche bei der schulischen Gewalt nur etwas häufiger vertreten. - Mädchen ze gen weniger oft aggr ssivesVer- halten und werden auch seltener Opfer von Gewalt. - Etwa 5 Prozent der Schüler/innen si d sog. Bullies bzw. Mobber, das heißt sie schika- nieren ihre Mitschüler/innen regelmäßig. Diese Jugendlichen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit später zu Intensivtätern. 7. Im Hinblick auf die Ursachen von Gewalt geben die wissenschaftlichen Studien über- einstimmend folgendes Bild: Risikofaktoren liegen in der Familie, in der Persönlichkeits- struktur, in der Schule, in der Peergroup, im kennung, Mangel an Geborgenheit) auffan- gen sollen, aber gleichzeitig das aggressiv dissoziale Verhalten verstärken. In der Frei- zeit wird vorwiegend „rumgehangen“. - Gewalttät ge Medieninhalte verstärken vor- handene, oft i der Familie r orbene G - waltakzeptanz. - Auch der Konsum von Alkohol und illega- len Drogen steht eindeutig i Zusammen- hang mit aggressivem und delinquentem Verhalten. 8. Es gibt offensichtlich auch Schutzfakto- ren, die Gewaltentst hung verhindern, selbst wenn mehrere Risikofaktoren vorhanden sind. Geschützt sind Jugendliche nach Lösel dann, wenn sie differenzierte Handlungsmöglich- keiten kennen, die Fähigkeit zur Selbstkont- rolle haben und wenig Alkohol oder illegale Drogen konsumi ren. Diese Erkenntniss sind in me rere s ziale Trainingsprogramme für Jugendliche eingegangen (u. a. Denkzeit- Training, Berlin; Eltern- und Kinder-Training EFFEKT, Erlangen). C men Tr z (AJS) Anlässlich d r Reaktione auf den Amoklauf eines 18-Jäh ig n in einer Realschule in Emsdetten warnt die Bundesarbeitsge einschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) vor hilflosen Schnell- schüssen. Soweit b k nnt, hat der jung Tä er schon v r längerer Zeit auf sich aufmerksam gemacht, ohne dass ihm adäquate Hilfe zugekommen ist. Die in de Jugendhilfe Tätigen, aber auch die Schule und die Nachbarschaften, letzt lich d e gesamte Gesellschaft, müssen sich dah r fragen, wie Hilfesyst me auf derart instabile und augenscheinlich sozial i ol erte Juge dliche und junge Erwachsene reagieren üssten. Schon am Tage der Bluttat wurde das Verbot von „Killerspielen“ als Reaktion gefo dert. Die Verbreitung vo Ge alt schlüsse und Arbeitslosigkeit, die auch beim Amoklauf in Emsdetten eine Rolle spi lten, müssen wir Antworten finden, die die gesamte G sellschaft mit in die Verantwortung nimmt. Ein Verbot von „Kill rspielen“ würd an der Problemlage w nig ändern. Und auch das Infragestellen der Organisati- on, die sich mit den Altersfreigaben für Computerspiele beschäftigt, der Unter- haltungssoftware-Selbstkontrolle (USK), ist nicht zielführ nd. Die Ei stufungen, die bei der USK von unabhängigen Gutach- tern vorgenommen w rde , werd erst durch die Bestäti u g eines Vertr ters der Bundesländer binde d, stehen also u ter staatlicher Aufsicht. Zensur ist in De tschland nach Artikel 5 Grundgesetz verboten. 5 4/2006 Forsch ng und Statistik zur J gendgewalt in Deutschland 1. Jugendgewalt ist ein unscharfer Begriff. Die offizielle PKS verst ht unter Jug ndgewalt schwere bis mittelschwere körperliche Straf- taten von jungen Menschen zwischen 14 und 18 Jahren (Jugendliche) bzw. bis zu 21 Jahren (Heranwachsende). Di Jugen lichen begehen vor al em g fährliche Körperv rletzung und Raub. Vergewaltigung, Mord und Totschlag sind zahlenmäßig äußerst gering. 2. In der Bevölkerung werden ab r m ist auch weniger heftige aggressive Handlungen von jungen Menschen als Jugendgewalt bezeichnet. Das reicht von der leichten Körperverletzung über Beleidigungen bis hin zu den vielfältigen Formen des Mobbing . In meinem Beitrag werd ich auf die ganze Bandbreite vonAggres- sivität und Gewalt bei Jugendlichen ingehen. 3. Mein Hauptquellen sind: - Die ffizi lle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die über di angezeigten und damit bekannt gewordenen Straftaten von Minder- jäh igen informiert. - M hr r Forschungsinstitute haben Dunkel- feldunt rsuchu gen in Form von repräsen- tativ Schül b fr gung n durchgeführt. Besonders umfangreiche Studien wurden in den letzten Jahren vomKriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Hannover, unter Leitung von Prof. Pfeiffer und vom Institut für Psycholo i der Uni versität Erlangen-Nürnberg unter L itung v n Prof. Lösel veröffentlicht. Im Sommer 2001 hat die Bundesregie- rung rstmals e nen Periodischen Sicher h itsbericht vorgelegt, de neben d n offiziell n Statistiken auch Dunkelf ld- forschung und Opferbefragungen und wissenschaftli e Analysen ein egangen sind. Soeben ist der 2. Periodische Sicher- he tsb ich erschienen. 4. Aus der Polizeistatistik geht hervor, dass die Zahl der tatverdächtigen jungen Menschen seit 1998 stagniert bzw. leic t zurückge t, nachdem es in den 1990er Jahren steteAnstiege gab. Besonders stark is die Z hl de Kinder gesunken. Gegenüber der Gesamtkriminalität nimmt allerdings die registrierte Gewaltkri- minalität bei den Minderjährigen kontinuier- lich zu. Einen Anstieg gibt es vor allem b i sch e en Körperverletzungen. Raubdelikte nehmen zwar etwas ab, aber Straßenraub (zum Beispiel das „Abziehen“ von Handys, Geld, Uhren u. ä.) und Handtaschenraub sind noch immer eine Domäne der Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Und auch die Zahl der Kinder, die einer Gewaltstraftat verdächtigt werden, hat in den letzten zehn Jahren um etwa 38 Prozent (in NRW) zugenom en. Allerdings sind die absoluten Zahlen noch immer gering und die Taten der Kinder meist weniger gefährlich. Außerdem nehmen dieAnteile der Mädchen und jungen Frauen an der registrierten Gewalt- kriminalität zu. Zwar werden immer noch etwa vier Fünftel (83 %) der Gewaltstraftaten von jungen Männer begang n, aber die Tatv r- däc tigenbelastungszahlen der Mädchen und jungen Frauen bei der schweren und auch bei der leichten Körperverletzung haben sich seit 1993 verdreifacht. Nach wie vor sin die Täter in rster Linie Jungen und junge Männer, aber auch die Opfer sind meist männlich. Jugen gewalt findet meis- tens ter Gleichaltrigen statt. Das Opferrisiko für ältere Menschen ist nicht besonders groß. Bei der registrierten Gewaltkrimi alität haben überdurchschnittlich viele Tatverdäch- tige nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Allerdin s g ht d r Ant il der ausländischen Jugendlich etwas zurück. Bei R ub und schwerer Körperverletzungen ist der Anteil der ausländischen Schüler/Studenten auffallend. Es sind vor allem die aus der Türkei tammenden männlichen Jugendlichen, die bei der Gewalt- kriminalität stärker in Erscheinung treten. Die Gewaltkriminalität findet i Deutsch- land vor allem in den Großstädten und Stadt- staaten (an der Spitze Berlin) statt. Regelr chte kriminell Ga gs sind in D utschlan aber eher di Ausnahme. Der Anstieg bei der registrierten Gewalt- kriminalität sorgt in Deutschland regelmäßig für Aufregung. Allerdings sind viele K imino- logen der Auffassung, dass die Zunahme der offiziellen Statistik zumindest zu einem T i darauf beruht, dass in den letzten Jahren imm mehr angezeigt wird, also Straftaten aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld rücken. Die öffentliche Debatte um Jugendgewalt hat nämlich u. a. dazu geführt, dass vor allem in den Schul n viel mehr über Gewalt gesprochen wird. Vielerorts gehen Polizisten regelmäßig in Schulen und raten den Jugendlichen, Anzeige zu erstatten. l Standardisierte Trainingsprogramme soll- ten auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schule zugeschnitten werden und Lehrer, Eltern und Schüler an der Umsetzung be- teiligt werden. Angebote der Jugendhilfe und Polizei Die öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe, die Polizei und kommerzielle Träger bieten eine Vielzahl von Trainings an, die allerdings meist sehr punktuell sind und oft unkontrolliert u d o n Wirksamkeitskontrol- le durchgeführt werden. Die meisten Kurse, Workshops, Trainings u.ä. werden für und in Zusamme arbeit mit Schulen angeboten. Einige Trainings werden auch in der außer- schulischen Jugendarbeit, in Erziehungsheimen u.ä. durchgeführt. Die Trainings richten sich an verschiedene Zielgruppen: Für Juge dliche mit Gewaltn igungen od r verurteilte Gewalttäter gibt s: Anti-Gewalt- Traini gs entweder ambulant im Rahmen d r erzieherischen Sanktion n oder im Jugendg - fängnis, Coolness raining für gewaltgefährdete Jugendliche im Rahmen von Jugendarbeit oder in der Schule. Potentiellen oder bereits betrof- fenen Opfern werden Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungtrainings angeboten. Deeskalations- und Zivilcouragetr inings richten sich meist an j gendliche Zuschauer, die zum Eingreifen und zur Zivilcourage er- muntert werden sollen. Die Methoden der verschiedenen Trainings ähneln sich oft. Fast alle arbeiten mit angelei- teten Übu gen und insbesondere mit Rollen- spielen. Bei den auf Konf ontatio angelegten Anti-Gewalt-Trainings spi lt d r sog nannte “Heiße Stuhl” eine große Rolle. Tats che ist, dass viel Anbieter ich auf diesem Feld tumm ln und d e Qualität d An- gebote höchst unterschiedlich ist. Sie r iche von s hr professionell bis nicht empf hlenswert und manche sind sogar kontraproduktiv. Bis- lang gibt es kaum Qualitätsstandards, die aber dringend notwendig sind, bedenkt man, dass die Trainings zum Teil massiv in die private Sphäre und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen eingreifen. Carmen Trenz (AJS) Dies r wie auch der neb nstehende Text stellt den Beitrag der Autorin für den Jubliläumskongress „Anti-Gewalt“ An- fang November in Amsterdam dar. 1. Gewaltphänomene | Jugen gewalt

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