Reader Gewaltp NRW online
50 50 spielsweise, kann es der Erwachsene doch vielleicht aushalten und dem Kind helfen. Das ist manchmal mühsam und eine lang- fristige Angelegenheit. Aber so ist es nun einmal: Kinderschutz gibt es nicht im Son- derangebot. Prävention ist Beziehung Resilienz ist ein Stichwort, von dem wir häufig hören. Gemeint ist das Gefühl, et- was beeinflussen zu können, selbstwirk- sam zu sein und damit besser gegen Be- lastungen gefeit. Was bedeutet, dass auch ein möglicher sexueller Übergriff leichter zu verarbeiten ist und weniger schlimme Folgeschäden hat – möglicher- weise, hoffentlich. Aber das, was Resili- enz herausbildet – Beziehungserfahrung, Entwicklungsförderung, Selbstwertgefühl, Unterstützung – gehört auch zur Präven- tion. Es ist eigentlich ganz einfach: Kinder brauchen Menschen, denen sie etwas be- deuten, die Anteil nehmen, die ihnen Re- spekt und Achtung entgegen bringen. Be- ziehungsorientierte Prävention nennt sich das. 2 Daneben gilt die fähigkeitsorientierte Prä- vention als Vermittlung praktischer und sozialer Fähigkeiten, die ein positives Selbstwertgefühl entwickeln helfen. 3 Das Gefühl, wichtig zu sein und etwas zu kön- nen, schafft Selbstvertrauen, Ich-Stärke, Stabilität, soziale Kompetenz. Es bedeu- tet für uns Verantwortliche, dass wir bei den Kompetenzen und Stärken der Kin- der ansetzen, dass wir sie begleiten und unterstützen bei der Entwicklung all des- sen, was eine reiche, individuelle Persön- lichkeit ausmacht. Hinzuzufügen ist noch die situationsori- entierte Prävention: Eingreifen, Partei er- greifen im Alltag von Kindern. Einmischen, wenn ein Kind gehänselt oder gegen sei- nenWillen berührt wird, wenn sexuelle Be- schimpfungen oder Frotzeleien die Runde machen, wenn Kinder beschämt werden. Hier heißt es, Flagge zu zeigen und das Ganze auch in Unterricht oder Gruppenar- beit zu thematisieren. Still danebenzuste- hen und zwei Monate später ein Selbstsi- cherheitstraining anzubieten, bringt nicht den gewünschten Effekt. Es reicht auch nicht, dem betroffenen Kind tapfer zu- zureden, dass es doch „Nein“ sagen soll, laut und deutlich. Das ist zwar schön und gut, und richtig ist es auch, aber die Beendigung eines wie auch im- mer gearteten Übergriffes obliegt den Erwachsenen. Das heißt, Kinder können zu ihrem Selbstschutz beitragen, aber sie sind nicht dafür verantwortlich. Prävention ist pädagogische Arbeit Wir wissen, dass jedes Kind missbraucht werden kann. Wir wissen aber auch, dass es für manche Kinder ein höheres Risiko gibt. Behinderung, Aufwachsen in häus- licher Gewalt oder in patriarchal-autori- tären Verhältnissen, Mangel an Liebe und Aufmerksamkeit, an Selbstwert und Kom- munikation können ein Kind gefährden. Oder um es anders zu sagen: Eine sol- 2 Vgl. Kindler, S. 50. 3 Kindler, S. 50. Arbeitsgemeinschaft Kinder-undJugendschutz LandesstelleNordrhein-Westfalene.V. www.ajs.nrw.de Frauen alsTäterinnen bei sexuellerGewalt gegenMädchen und Jungen An eine Frau hätte ich nie gedacht...! DREI-W-VERLAG 1016Tät_druck.indd 1 26.11.2007 9:51:12Uhr Informationen für Eltern und Fachkräfte Kinder sicher imNetz GegenPädosexuelle im Internet DREI-W-VERLAG Gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen Ein Ratgeber für Mütter und Väter SXM-Cover13.indd 1 19.01.11 16:54 Praxishilfen für den Kinder- und Jugendschutz Messeplakate 2011.indd 4 19.05.11 11:16 60 Jahre AJS Finale.indd 50 12.10.13 17:27 1 Grundlagen Strukturen Handlungsformen •60JahreKinder-undJugendschutzinNordrhein-Westfalen Jugendschutz Jugendschutz einschaft d Jugendschutz lleNordrhein-Westfalen e.V. Grundlagen•Strukturen•Handlungsformen
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