Reader Gewaltp NRW online
60 60 verhalten oder direkte sexuelle Übergriffe für alle transparent sein. Verankerung in der Satzung Der Themengegenstand sollte entspre- chend in der Satzung einer Einrichtung verankert sein, damit er die nötige Ge- wichtung erhält und im Zuge dessen auch als Qualitätsmerkmal nach außen getra- gen wird. Fortbildung Bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbei- tern einer Einrichtung muss eine umfas- sende Wissensgrundlage zum Thema „Grenzverletzungen und Sexualisierte Ge- walt“ durch Fort- und Weiterbildungen ge- schaffen sein. Pädagogische Ebene von Prävention Prävention muss das unterschiedliche Be- ziehungsgefüge in einer Einrichtung in den Blick nehmen, d. h. das Verhalten zwi- schen Leitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zwischen Leitung, Mitarbei- terinnen undMitarbeitern und Kindern so- wie unter Kindern und Jugendlichen. Das primäre Ziel ist die Gestaltung eines be- wussten sozialen Miteinanders, bei dem alle wertschätzend und Grenzen ach- tend miteinander umgehen. Dabei hat sich der Begriff einer „Kultur der Grenz- achtung“ etabliert. Die Schaffung einer solchen Kultur in pädagogischen Einrich- tungen ermöglicht ein frühes Eingreifen bei Grenzüberschreitungen. Täter und Tä- terinnen testen ihre Opfer oft lange, bevor es zu einem eigentlichen sexuellen Miss- brauch kommt. Sie überprüfen, welche Handlungen in ihrer beruflichen Funktion möglich sind, ohne dass diese seitens der Leitung, Kolleginnen und Kollegen, Kin- dern und Jugendlichen moniert werden. Kultur der Grenzachtung ausgestalten Sprachstil/Kleidung Zu einer „Kultur der Grenzachtung“ gehört ein der Situation angemessener Sprach- stil, d. h. mit Kindern und Jugendlichen wird ein anderer Umgangston gepflegt, als unter Kollegen und Kolleginnen bzw. der Leitung einer Einrichtung. In der Regel klei- den sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Arbeit anders als in ihrer Freizeit. Es ist z. B. unpassend, wenn Betreue- rinnen und Betreuer auf Ferienfreizeiten mit Kindern und Jugendlichen Kleidung tragen, bei der sehr viel Haut und/oder die Unterwäsche sichtbar wird. Die Refle- xion des eigenen Kleidungsstils beugt Rol- lenkonfusionen vor, unterstützt das nö- tige professionelle Verhältnis von Nähe und Distanz und lässt Grenzverletzungen schneller sichtbar werden. 60 Jahre AJS Finale.indd 60 12.10.13 17:27 1 Grundlagen Strukturen Handlungsformen •60JahreKinder-undJugendschutzinNordrhein-Westfalen Jugendschutz Jugendschutz einschaft d Jugendschutz lleNordrhein-Westfalen e.V. Grundlagen•Strukturen•Handlungsformen
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