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74 72 Neben Zeitungen, Radio und Fernsehen sind in den letzten Jahren Computer, In- ternet und Handy zu selbstverständlichen Begleitern des Alltags geworden. Medien durchdringen heute alle Lebensbereiche, auch die von Kindern und Jugendlichen, und sind damit zu einer wesentlichen So- zialisationsinstanz geworden. Aber das war nicht immer so. Um die Entwicklung des Jugendmedienschutzes und der Medi- enpädagogik nachzuvollziehen, lohnt ein Blick auf die Entwicklung der Massenme- dien und den damit einhergehenden öf- fentlichen Diskurs. Die Anfänge der Massenmedien Als das erste Massenmedium kann man die Zeitung bezeichnen. Schon im 17. Jahrhundert, als Zeitungen zunehmend verbreitet wurden, gab es pädagogische Diskussionen, wie mit diesem Medium umzugehen sei. Während manche Pä- dagogen beispielsweise die Lektüre der Zeitung im Geschichtsunterricht befür- worteten, befürchteten andere das Auf- kommen einer Zeitungssucht, zumal die Zeitungen zunehmend auf Klatsch und Tratsch, Unterhaltung und Sensationen setzten. 1 Diese Diskussion lebte mit Be- ginn des 20. Jahrhunderts auf, denn durch neue Drucktechniken konnte auch mas- senhaft Unterhaltungs- und Trivial-Litera- tur produziert und verbreitet werden. Vor allem Comics und Groschenheftchen wur- den als „Schund und Schmutz“ bezeich- net und als jugendgefährdend eingestuft. 2 Anfang des letzten Jahrhunderts kam auch das Kino als neues Massenmedium auf – zunächst auf Jahrmärkten und spä- ter in ersten Kinosälen. Da das Publikum in den Anfangsjahren vor allem aus Ange- Susanne Philipp und Matthias Felling Der Umgang mit Medien im Wandel der Zeit Aus Bewahren wird Stärken 60 Jahre AJS Finale.indd 72 12.10.13 17:27 1 Grundlagen Strukturen Handlungsformen •60JahreKinder-undJugendschutzinNordrhein-Westfalen Jugendschutz Jugendschutz einschaft d Jugendschutz lleNordrhein-Westfalen e.V. Grundlagen•Strukturen•Handlungsformen

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