Reader Gewaltp NRW online

78 76 um „Schund und Schmutz“ wieder auf- kochte ( Teletubbies, PowerRangers, Nach- mittagstalks, Tutti Frutti , …). Ende der 1980er Jahre wur- den auch die Lan- desrundfunkanstal- ten gegründet, unter anderem um die Programme der privaten Sender zu be- aufsichtigen. Die daraus entstandenen Landesmedienanstalten haben ihr Aufga- benspektrum heute alle erweitert um den Punkt der Medienkompetenzförderung. Seit den 1990er Jahren hat sich die Taktzahl der technischen Re- volutionen weiter erhöht. Die zunehmende Verbreitung und ständige Weiterentwicklung von Computern hatte eine Digitalisierung al- ler Lebensbereiche zur Folge. Der Zugang zum Internet wurde immer selbstver- ständlicher und vor allem auch schneller. Das weltweite Netz stellt vor allemden Ju- gendschutz vor neue Aufgaben, denn Län- dergrenzen werden heute per Mausklick überwunden. Kinder und Jugendliche von problematischen Inhalten fernzuhalten, wird immer schwieriger. Neue Ansätze zur technischen Regulierung durch Jugend- schutzsoftware sind heute ein Baustein des gesetzlichen Jugendschutzes gewor- den. Gleichzeitig zielt erzieherischer Ju- gendschutz darauf ab, dass Kinder und Jugendliche sich zu starken Persönlich- keiten entwickeln. Dieser Ansatz wird in den nächsten Jah- ren vermutlich noch wichtiger. Denn mit der zunehmenden Verbreitung von Smart- phones und Tablets wird das konvergente Rundum-Medium Internet immer lokaler und persönlicher. (Fast) Jeder hat heute seinen eigenen Netzzugang in der Tasche. Er hat mit dem Alleskönner Smartphone die Möglichkeit, Bilder zu machen und so- fort zu veröffentlichen, jederzeit zu kom- munizieren, Musik oder Filme aus dem Netz zu nutzen u.v.m. Zunehmend kommt es auf den einzelnen Nutzer und seinen Umgang mit Medien an. Kinder und Ju- gendliche müssen befähigt werden, Me- dien verantwortungsbewusst und sinnvoll zu nutzen. Zur Entwicklung einer starken Persönlichkeit gehört es auch, die eigene Medienkompetenz auszubilden. Dabei gibt es nicht die Medienkompetenz, die bei al- len Menschen gleich ist. Als ein Bestand- teil der kommunikativen Kompetenz ist Medienkompetenz vielschichtig und indi- viduell. Ausblick Medienkompetenz und Jugendmedien- schutz schließen sich nicht aus. Im Ge- genteil – der Ansatz des erzieherischen Jugendschutzes, „junge Menschen zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit sowie zur Verantwortung gegenüber ihren Mit- menschen zu führen“ ist übertragen auf das Feld der Medien ein Appell zur Förderung von Medienkompetenz. Der Empowerment-Ansatz, Kinder und Ju- gendliche imUmgang mit Medien stark zu machen, ist insofern zeitgemäß, als dass ein bewahrender Ansatz ange- sichts der sich rasant wandelnden und konvergierenden Medienwelt immer nur „hinterherlaufen“ kann. Kinder und Jugendliche stark machen Computerspiele gehören schon seit Beginn der 1990er Jahre zu den ammeist diskutierten Themen im Jugendschutz. Um auf den großen Aufklärungs- bedarf zu reagieren, hat die AJS erstmals 1991 eine Informationsbroschüre mit dem Titel „Computer- spiele – Spielspaß ohne Risiko“ herausgegeben. ▼ 60 Jahre AJS Finale.indd 76 12.10.13 17:27 1 Grundlagen Strukturen Handlungsformen •60JahreKinder-undJugendschutzinNordrhein-Westfalen Jugendschutz Jugendschutz einschaft d Jugendschutz lleNordrhein-Westfalen e.V. Grundlagen•Strukturen•Handlungsformen

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