Reader Gewaltp NRW online
79 77 Erzieherischer Kinder- und Jugendmedienschutz Heranwachsende stärken Kinder- und Jugendschutz (AJS) Lan- desstelle Nordrhein-Westfalen e. V. un- terstützt die Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe dabei, Eltern und an- dere Erziehungsberechtigte im Bereich Medienerziehung fit zu machen, da- mit diese dann Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen schützen können (§ 14 Abs. 2 Nr. 2 SGB VIII). Im Bereich Jugendmedienschutz zählen dazu etwa problematische Medienin- halte und Persönlichkeitsverletzungen. 2009 hat die AJS das Angebot Eltern-Me- dien-Jugendschutz für Mitarbeiter aus dem Bereich Jugendhilfe aufgesetzt. Bislang wurden 130 Teilnehmende zur Fachkraft für medienpädagogische El- ternarbeit qualifiziert. Um die Heranwachsenden direkt zu er- reichen, sollte Medienerziehung zu- dem in den schulischen Alltag integriert werden. Über das AJS-Projekt Medien passen immer! werden Fachkräfte der Jugendhilfe in Nordrhein-Westfalen wei- tergebildet, um junge Menschen durch geeignete Maßnahmen zum Schutz vor gefährdenden Einflüssen zu befähigen (§ 14 Abs. 2 Nr. 1 SGB VIII). Die Fortbil- dung orientiert sich am Medienpass 9 für Schulen und verknüpft dessen Ansatz mit lebensweltorientierten Angeboten für den offenen Ganztag. Dabei bietet praktische Medienarbeit vielfältige Be- rührungspunkte zum Feld des sozialen Lernens und des präventiven Jugend- schutzes. Der erzieherische Kinder- und Jugend- schutz will junge Menschen stark ma- chen, damit sie sich selbst schützen können (vgl. § 14 SGB VIII, siehe S. 34 ). Dabei sollen auch die Ziele und Auf- gaben des Kinder- und Jugendmedi- enschutzes einbezogen werden (§ 2 Abs. 3 Kinder- und Jugendförderungs- gesetz NRW). Die denkbar beste Form von präventivem Jugendschutz bietet Medienerziehung, die zu einem selbst- bewussten, reflektierten und entschei- dungsfähigen Umgang mit Medien führt. Dies impliziert die Perspektive von Empowerment: Maßnahmen verspre- chen dann Erfolg, wenn sie den jungen Menschen ermöglichen, ihre Interes- sen eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten. Kinder und Jugendliche müssen demnach an- geleitet werden, sich verantwortungsbe- wusst und sicher in der Welt der Medien zu bewegen, zumal im Internet. Angesichts der rasanten Entwicklungen im Medienbereich bedarf es hier alters- gerechter und fachlich guter Angebote des erzieherischen Kinder- und Jugend- schutzes. Vor allem qualifizierte Fach- kräfte sind gefragt. Eine große Heraus- forderung ist es, Eltern zu unterstützen, die in Fragen der Medienerziehung ver- unsichert sind. Gerade Kinder aus so- zial schwächeren Verhältnissen nutzen Medien besonders stark als Orientie- rungshilfe in einer immer unübersicht- licheren Welt. Die Arbeitsgemeinschaft 9 Der Medienpass NRW wurde entwickelt, um Schülerinnen und Schü- lern den sicheren Um- gang mit Medien zu vermitteln. Darin sind die Kompetenzen auf- geschlüsselt, die Kin- der und Jugendliche im Kontakt mit Medien ha- ben sollten. Seit dem Schuljahr 2012/2013 können Grundschu- len in NRW den Medi- enpass NRW einset- zen, seit dem Schuljahr 2013/2014 die 5. und 6. Klassen, und zum Schul- jahr 2014/2015 wird der Medienpass für die Klas- sen 7 bis 10 eingeführt. Informationen zu die- sem Bildungsangebot finden sich auf www. medienpass.nrw.de . Matthias Felling matthias.felling@mail.ajs.nrw.de Susanne Philipp susanne.philipp@mail.ajs.nrw.de Erzieherischer Jugendmedienschutz 60 Jahre AJS Finale.indd 77 12.10.13 17:27 1. Jugendphänomene | Gewalt in Medien 1 Grundlagen Strukturen Handlungsformen •60JahreKinder-undJugendschutzinNordrhein-Westfalen Jugendschutz Jugendschutz Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz LandesstelleNordrhein-Westfalen e.V. Grundlagen•Strukturen•Handlungsformen Dieser Artikel ist entnommen aus: Jugendschutz – Grundlagen • Strukturen • Handlungsformen AJS • 60 Jahre Kinder- und Jugendschutz in Nordrhein-Westfalen Gewalt
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTQ0NDgz